Themen

Das IfMDA befasst sich kontinuierlich mit zahlreichen Themen der Gesundheits- und Pflegepolitik.

Aktuelle Schwerpunkte

Schwerpunkt

140a: besondere fachärztliche Versorgung

In der ambulanten fachärztlichen Versorgung trifft knappe Facharzt-Zeit auf eine steigende Nachfrage. Für dieses Knappheitsproblem gibt es zwei grundverschiedene Antworten.

Primärversorgungsmodell

Die politische Antwort greift in Nachfrage und Angebot ein: Ein Gatekeeper (App, Hausarzt oder Versorgungsmanager) legt den Versorgungspfad fest, eine algorithmische Ersteinschätzung priorisiert, Überweisungsrouten lenken die Patienten. Gesteuert wird der Zugang.

140a-Vertrag

Patienten und Fachärzte schreiben sich freiwillig ein. Patienten erhalten direkten Zugang zu den teilnehmenden Fachärzten; vertraglich festgelegte Service- und Qualitätsziele und eine GOÄ-basierte Vergütung setzen die Anreize. Gesteuert werden Angebot, Anreize und Kapazität.

So funktioniert der Vertrag

Der 140a-Vertrag ist ein geschlossenes System. Vertragspartner sind die IKK – Die Innovationskasse (IK) und der Bayerische Facharztverband, neu auch der Bundesverband Niedergelassene Fachärzte. Die Patientin oder der Patient schreibt sich ein, optional mit dem IK-Wahltarif Facharzt. Behandelt wird nach GOÄ; die Rechnung prüft eine Verrechnungsstelle anhand der Vertragsanlagen und Steuerungselemente. Die IK zahlt, die Ärztin oder der Arzt erhält den Rechnungsbetrag abzüglich der Vertragskosten.

Mehrwert gegenüber der Regelversorgung

  1. Intensivere ambulante Wertschöpfung: strukturierte Erstabklärung, mehr Zeit für Beratung und gemeinsame Therapieentscheidungen, fachübergreifende Koordination.
  2. Weniger direkte Folgekosten: weniger vermeidbare Krankenhausaufnahmen, Notfälle, unnötige Eingriffe und diagnostische Umwege.
  3. Weniger indirekte Krankheitskosten: kürzere Arbeitsunfähigkeit, weniger Erwerbsminderung und Frühverrentung, Entlastung pflegender Angehöriger.
  4. Mehr gesundheitlicher Nutzen: weniger Schmerzen und Chronifizierung, mehr Lebensqualität, Teilhabe und qualitätsadjustierte Lebensjahre.
„Eine höhere Vergütung der fachärztlichen Erstversorgung muss gesamtwirtschaftlich nicht teurer sein, wenn sie nachgelagerte Behandlungskosten reduziert, Produktivitätsverluste vermeidet und den gesundheitlichen Nutzen erhöht.“

Nach dem Vortrag „Wie funktioniert der 140a-Vertrag?“ von Prof. Dr. Thomas Drabinski, 12. Bayerischer Fachärztetag, Regensburg, 21. Oktober 2026.

3-Säulen-Modell

Ein neuer generationengerechter Ordnungsrahmen für Gesundheit und Pflege – auch für die Zahnmedizin.

GKV-Finanzierung und Demografie

Die stille Finanzkrise der GKV und warum der demografische Wandel das System unter Druck setzt.

Primärarztsystem und Patientensteuerung

Empfehlungen, Umfrage und Analysen zur Steuerung der ambulanten Versorgung.

GOÄneu

Gesundheitsökonomische Einordnung der Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte.

Gesundheitsfonds und Wettbewerb

Wettbewerbliche Effekte eines neu strukturierten Gesundheitsfonds.

Digitalisierung, ePA und KI

Digitalisierung des Gesundheitssystems, elektronische Patientenakte und künstliche Intelligenz.

Arbeitsfelder

Entwicklung von ReformoptionenDigitalisierung und E-HealthKostenstrukturerhebungenGesundheitspolitische EvaluationenKosten-Nutzen-AnalysenFinanzierungsmodelle für Gesundheit und PflegeFootprint-AnalysenWirkungsmodelleGesetzesfolgen-AnalysenUmverteilungsmodelleDemografiemodelle